Jobcenter verlangt Geld zurück, das nie ausgezahlt wurde

      Jobcenter verlangt Geld zurück, das nie ausgezahlt wurde

      Ein Betroffener berichtet: Jobcenter verlangt Geld zurück, welches jedoch nie ausgezahlt wurde

      20.02.2018

      Geht das, kann man von einem Bürger Geld zurückfordern, welches nie an eben jenen Bürger gezahlt wurde? – Das geht, diese Erfahrung muss ich zur Zeit machen, trotz bester Beweise und sogar den alten Kontoauszügen werden mir gerade 2952,29€ in Rechnung gestellt, die ich so nie erhalten habe! Warum? – Nun dafür muss ich wohl ganz am Anfang beginnen.

      Im Jahr 2011 begann ich bei einer Fastfoodkette zu arbeiten, diese Tätigkeit war in Teilzeit also musste ich weiterhin aufstockende Leistungen nach ALG II beantragen. So weit, so gut. Von diesem Zeitpunkt habe ich aufstockende Leistungen erhalten und das in der Summe von 319,71€. Es ist wichtuig zu erwähnen, dass ich von der Leistung und meinem Lohn die Miete selber beglichen habe sowie alle laufenden Kosten, es kamen keine Leistungen zustande, die durch das Jobcenter an einen Dritten abgeführt wurden.

      So weit, noch alles richtig, so weit noch alles Konform. Die Tätigkeit wurde gemeldet und es wurde ein Änderrungsbescheid angefertigt. Damit wurde der alte Bescheid Ungültig. Doch nun belangt man mich auf genau jenen ersten Besheid, denn jetzt wird es verworren daher eine Chronologische Folge.

      Am 26.11.2011 Bekam ich einen Bescheid über den Zeitraum 01.01.2012 – 30.04.2012 dieser besagte, dass ich einen Anbspruch 624,00€ hätte.

      Im Dezember jedoch fing ich meine Tätigkeit an, und so bekam ich nur die Aufstockende Leistung von 319,71€, dieses kann ich durch diverse Kontoauszüge belegen, obgleich ich den Änderrungsbescheid ob der Jahre nicht mehr habe. Man kann nun auf den Kontoauszügen trotzdem erkennen, dass ich nicht die 624€ bekommen habe und somit die Tätigkeit gemeldet haben muss. Ebenso erkennt man darauf das ich meine Miete und Heizung selber beglichen habe! Das reicht dem Jobcenter jedoch nicht als Beweis.

      Um die Sache aber noch verwirrender zu gestalten bekam ich in den Folgenden Jahren immer wieder Post über andere Summen, jedoch alle auf den selben Bescheid begründet.

      In einem Schreiben vom 07.05.2015 werde ich aufgefordert eine Summe von 389,25€ zu zahlen, diese Summe bezieht sich auf einen Bescheid vom 04.09.2012 für den Zeitraum 01.01.2012 – 30.04.1012.

      In einem Schreiben vom 13.05.2016 werde ich aufgefordert eine Summe von 2892,59€ zu zahlen diese Summe begründet sich auf einen Bescheid vom 04.09.2012.

      Am 02.09.2016 wurde ich erneut aufgefordert 389,25€ zu zahlen, dieses mit dem Bescheid vom 04.09.2012 für den Zeitraum 01.01.2012 – 30.04.2012.

      Am 17.03.2017 wurde ich erneut aufgefordert 389,25€ zu zahlen, dieses mit dem Bescheid vom 04.09.2012 für den Zeitraum 01.01.2012 – 30.04.2012.

      Am 25.07.2017 wurde der Betrag von 400,75€ zur städtischen Pfädnung gebracht, natürlich auch diese Summe bezogen auf dem Bescheid vom 04.09.2012 für den Zeitraum 01.01.-30.04.

      Am 22.11.2017 Teilte man mir mit das mit dem Bescheid vom 04.09.2012 eine Forderung von 2652,29€ offen sei und ich nun um 30% gekürzt werde, bis diese Summe abgegolten sei.

      Leider konnte ich nie zuvor beweisen, dass dem nicht so war, ich nie diese Gelder bekommen habe und musste mich zwischendurch auf Kürzungen einlassen, da ich auf Hilfsleistungen angewiesen war, heute stuft man es als Schuldanerkenntnis ein.
      Jedoch änderte sich vor rund 6 Monaten alles, als meine verloren geglaubten Aktenordner mit Kontoauszügen und altem Schriftverkehr wieder auftauchte. Sofort legte ich Widerspruch ein, denn eine 30% Kürzung bedeutet für mich die Obdachlosigkeit, seien wir vor allem ehrlich, endlich konnte ich Beweisen, dass ich dieses Geld nie bekommen habe! – Ich dachte an und für sich, dass damit die Sache geklärt sei!

      Falsch gedacht, obwohl ich die Beweise habe, obwohl ich Schreiben habe mit Unterschiedlichen Summen die ich angeblich aus dem gleichen Zeitraum zahlen soll und auch obwohl ich über meine Bankauszüge belegen kann, dass ich dieses Geld nie erhalten habe, so besteht das Jobcenter weiterhin auf eine Rückzahlung der 2652,29€.

      Alle oben genannten Fakten habe ich Schwarz auf Weiß und diese liegen auch einem Anwalt vor, jedoch schätzt selbst der meine Chancen als gering ein diese Summe und damit meinen absoluten Bankrott abzuwenden. Danke an das Rechtssystem, welches selbst mit dem besten Beweisen versagt! Genau mit diesem Prozedere, welches ich gerade schon wieder erlebe ist doch geklärt, warum es in Deutschland so viele Menschen gibt die beruflich keine Chancen mehr haben oder gleich ihre Existenzgrundlage verlieren!

      Und bei mir geht dieser Kampf schon weitaus länger seit 2002 kann ich den Kommunalen Trägern Vorgehen nachweisen, die so nie hätten stattfinden dürfen. Ich habe 2 Ausbidlungen, viele Weiterbildungen im Päd. Bereich, seit nunmehr 16 Jahren hänge ich aber in diesem System der Amtswillkür fest und komme auch nicht durch juristische Hilfe da heraus. Jedes mal ist es etwas neues. Auch hier eine kurze Chronologie meines persönlichen Niederganges:

      2005 war ich auf der Handelsschule, während des Bewilligungszeitraumes vom Bafögf bekam ich keine Hilfe, als ich drohte Obdachlos zu werden sagte mir Herr Reitemeyer vom JC Detmold meine Rückstände der Miete würden bezahlt wenn ich die Schule abbrechen würde, da ich eh nicht bestehen könne. Ich brach ab, die Rückstände wurden gezahlt, Wohnung war gerettet aber es folgten 3 Monate Sperrung von 100% – Ich rutschte in die Verschuldung.

      Danach wurde ich zu diversen ABM´s geschickt. Jedoch regelmäßig zwischen 10 – 100% gekürzt weil AU´s nicht eingegangen seien, ich Termine nicht wahrgenommen hätte usw. Die Schuldenspirale öffnete sich weiter!

      Gerne hätte mich ein Träger ( SOS – Detmold ) in eine Ausbildung übernommen, Frau Diekmann ( oder Diekmeier ) sagte mir beim 3ten Versuch jedoch, das Jobcenter wolle diese Ausbildung bei mir nicht fördern.

      2007 Zwang mich das JC ( nachweislich ) mich in eine Psychiatrische Klinik einzuweisen, ohne gerichtlichen Becshluss oder dergleichen. Noch heute habe ich den Klinikbericht, aus dem hervor geht das ich unter Zwang eine Einweisung angestrebt hätte. Was hätte ich tun sollen? – Es hieß kürzung 100% oder Klinik! – Natürlich alles nur mündlich, daher bin ich so dankbar den alten Klinikbericht zu haben.

      2008 Bekam ich eine geförderte Ausbildung über einen Träger als Metallhelfer, obwohl mein Rückenleiden sowie meine Asthmaerkrankung bekannt waren – Dennoch beendete ich es.

      2010 beendete ich die Ausbildung, pflegte jedoch meinen Vater bis zum Tode. Das war die einzige Zeit wo man mich mal wirklich in Ruhe lies, dennoch gab es immer mal wieder den Kampf um Leistungen, vor allem bezüglich der Heizung.

      2013 dann bekam ich einen Brief, das ich nach OWIG angezeigt würde als Stricher tätig zu sein, sogar Nacktbilder von meiner Person lagen der Dame vor. Es zeigte sich, dass es rein darum ging das ich Homosexuell bin. Das Verfahren wurde eingestellt. Akteneinsicht hoerüber habe ich nie bekommen.

      Als ich dann meine zweite Ausbildung zum Kinderpfleger begann hatte ich Ruhe, bis auf diese permanenten Forderungen.

      2016 – 2017 arbeitete ich dann bei einen Bildungsträger der in kooperation mit dem Jobcenter Asylbewerber in den Sarbeitsmarkt intigrierte. Es war alles in Ordnung. Als die Maßnahme endete, wurde mir sofort wegen eine Verspäteten Arbeitslosenmeldung 7 Tage das Geld gestrichen. Seit dem beginnt das ganze Spiel von vorne und ich wurde bewusst und meiner Meinung nach jetzt Schlussendlich finanziell ruiniert. Meine Altschulden die ich endlich zahlen konnte sind wieder da, dank des Jobcenters nun steigen sie wieder, ich werde ich die Insolvenz gezwungen, ein No Go für einen pädagogischen Beruf. Dazu wird gerade massiv versucht mir auch noch den letzten Punkt zu nehmen, meine Wohnung, meine sozialleistungen und dergleichen. Und das obwohl ich das meiste des hier genannten beweisen kann ! – Super Leistung, ich bedanke mich recht herzlich für so viel Sozialstaat. (Name der Redaktion bekannt)

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