Mieterhöhung, was erkennt das JC an?

      Mieterhöhung, was erkennt das JC an?

      Hallo zusammen!
      Hier mal eine Frage an die Mietrechtsexperten:
      Wir (4-köpfige Familie) wohnen seit über 15 J in einer Verwandten gehörenden Wohnung, die selbst in einem anderen Haus wohnen, zu sehr günstigen Mietkonditionen. Die Kaltmiete blieb in den vergangenen 15J unverändert bei 250€. Nun möchte die Verwandtschaft, zu der wir ein ausgezeichnetes Verhältnis haben, die Miete auf 450€ erhöhen. Laut Tabelle des hiesigen JC würden bei uns bis zu 475€ Kaltmiete anerkannt werden. Die ortsübl. Vergleichsmiete liegt bei 477€. Wir würden der Erhöhung zustimmen, wenn die Kosten vom JC übernommen werden.
      Nun gibt es ja im Mietrecht diese Klausel, nach der innerhalb von 3Jahren die Miete um max. 20% steigen darf. Könnte das JC nun auf die Idee kommen, die Mieterhöhung sei zu hoch und ich müsse dagegen rechtlich vorgehen? Sollten im Mieterhöhungsschreiben die besonderen Umstände (Mietverhältnis bei Verwandten und 15-jähr., viel zu geringe Miete) erwähnt werden?
      Danke für eure Meinungen und Antworten.
      Information schadet nur dem, der sie nicht hat!

      Sollten sich, wie zuletzt leider oftmals in anderen Threads geschehen, Teammitglieder oder User durch meine Beiträge angegriffen fühlen, oder sogar eine Unterstellung darin vermuten, entschuldige ich mich vorbeugend dafür. Dies war nicht meine Absicht. Prüft bitte, ob eine Falschinterpretation eurerseits vorliegen könnte!

      goldie schrieb:

      Nun gibt es ja im Mietrecht diese Klausel, nach der innerhalb von 3Jahren die Miete um max. 20% steigen darf. Könnte das JC nun auf die Idee kommen, die Mieterhöhung sei zu hoch und ich müsse dagegen rechtlich vorgehen?

      Auch wenn die neue Miete im angemessenen Rahmen liegt ist eine Erhöhung ind der Höge, wie du selber feststellst, rechtlich nicht haltbar. Da das Amt verpflichtet ist kostensparend zu arbeiten wird es hier , zu Recht, die Übernahme in der Höhe mit Verweis auf die unrechtmäßige Mieterhöhung verweigern.
      Hallo goldie,

      goldie schrieb:

      ....Die Kaltmiete blieb .. 250€. Nun möchte die Verwandtschaft, ..., die Miete auf 450€ erhöhen.

      Nett, aber das wird rechtlich aber nicht haltbar sein. Denn die Erhöhung um 200,- (= 80 %)ist doch deutlich mehr als die max. zulässigen 20 %. Dies wären nur 50,- Euro, also statt 250,- nun 300,- maximal KM.
      _______
      Ich ziehe mich aus pers. Gründen als aktives Forumsmitglied zurück. :/

      Nun müssen andere die Lücke füllen. Gelegentlich werde ich noch unregelmäßig einen Beitrag schreiben

      _______
      gruss
      kaiserqualle
      Danke...und was wäre, wenn wir einen zusätzlichen Raum im Haus anmieten würden? Wir wohnen derzeit auf 75qm und dürften 84 oder 86 haben.
      Wenn die Wohnfläche steigt, könnte die Miete auch stärker erhöht werden, oder?

      Im weiter oben beschriebenen Fall der Mieterhöhung um 200€: Würde das Amt zunächst für 6Monate die 300€ übernehmen und danach dann die 450, wie bei einem nicht genehmigten Umzug?
      Information schadet nur dem, der sie nicht hat!

      Sollten sich, wie zuletzt leider oftmals in anderen Threads geschehen, Teammitglieder oder User durch meine Beiträge angegriffen fühlen, oder sogar eine Unterstellung darin vermuten, entschuldige ich mich vorbeugend dafür. Dies war nicht meine Absicht. Prüft bitte, ob eine Falschinterpretation eurerseits vorliegen könnte!

      goldie schrieb:

      Hallo zusammen!
      Hier mal eine Frage an die Mietrechtsexperten:
      Wir (4-köpfige Familie) wohnen seit über 15 J in einer Verwandten gehörenden Wohnung, die selbst in einem anderen Haus wohnen, zu sehr günstigen Mietkonditionen. Die Kaltmiete blieb in den vergangenen 15J unverändert bei 250€. Nun möchte die Verwandtschaft, zu der wir ein ausgezeichnetes Verhältnis haben, die Miete auf 450€ erhöhen. Laut Tabelle des hiesigen JC würden bei uns bis zu 475€ Kaltmiete anerkannt werden. Die ortsübl. Vergleichsmiete liegt bei 477€. Wir würden der Erhöhung zustimmen, wenn die Kosten vom JC übernommen werden.
      Nun gibt es ja im Mietrecht diese Klausel, nach der innerhalb von 3Jahren die Miete um max. 20% steigen darf. Könnte das JC nun auf die Idee kommen, die Mieterhöhung sei zu hoch und ich müsse dagegen rechtlich vorgehen? Sollten im Mieterhöhungsschreiben die besonderen Umstände (Mietverhältnis bei Verwandten und 15-jähr., viel zu geringe Miete) erwähnt werden?
      Danke für eure Meinungen und Antworten.

      bin kein experte aber möchte auch mal meine meinung dazu schreiben.
      als erstes solltest du mal die klausel im mietrecht außen vor lassen.
      denke das diese, auf dein problem, gar nicht anzuwenden ist.
      begründung dürfte dir ja einleuchten.
      hier geht es doch um eine wohnung die der ortsüblichen miete angepasst werden soll.
      und so lang sie im rahmen liegt, wie du selbst nachgesehen und bestätigt hast, sollte die miete auch übernommen werden.
      wenn das Jobcenter die übernahme verweigert mußt du umziehen.
      dadurch entstehen zusätzlich hohe kosten die vom leistungsträger übernommen werden müssten.
      ausserdem kannst du meines erachtens auch mal nachfragen ob dein leistungsträger über ein schlüssiges konzept der unterkunftskosten verfügt.
      sollte dies nicht so sein, gilt selbst die unterkunftrichtlinie deiner stadt nicht.
      zumal dies auch nur eine richtlinie ist und kein gesetz.
      dann wären deine dir zustehenden mietkosten nach dem WoGG § 12 zu ermitteln.
      Hallo goldie,

      goldie schrieb:

      ...und was wäre, wenn wir einen zusätzlichen Raum im Haus anmieten würden?

      Hier käme es dann Begründungsproblematik und dann ggf.zur Umzugsproblematik.
      Warum einen Raum zusätzlich anmieten, wozu und wo?
      Eine getrennte Wohnung gibt es so nicht, die muss schon vollständig sein.
      Das wäre auch der Zweck der Wohnung - ein einheitliches Gebilde.

      Was meinst du wenn es demnächst zweckgebundene-Einzelräume zu mieten gibt.
      Ein 4-Zi Gebilde aus Kü,Bd, (Schl.Schl.Ki,Wozi) auf 6 Gebäude in der ganzen Stadt verteilt???
      Das gäbe eine Rennerei, wenn man des nächstens vom Schlazi in einem Gebäude in ein anderes Stadtviertel fahren/gehen müsste um auf die Toilette zu gehen? Nee Nee, du. So nicht. [-x
      Hier würde gefragt werden, ob Familienzuwachs kommt und dann die Wohnung im Rahmen der Angemessenheit zu klein wäre.
      Dies wäre aber ein zustimmungspflichtiger Grund.



      Wir wohnen derzeit auf 75qm und dürften 84 oder 86 haben.

      Die angemessene QM-Zahl hängt vom Schnitt der Wohnung ab.
      Wenn die Wohnfläche steigt, könnte die Miete auch stärker erhöht werden, oder?

      Wenn Ihr einen begründeten Umzugsgrund habt

      Im weiter oben beschriebenen Fall der Mieterhöhung um 200€: Würde das Amt zunächst für 6Monate die 300€ übernehmen und danach dann die 450, wie bei einem nicht genehmigten Umzug?
      Damit wäre zu rechnen, spelkulieren mag ich aber nicht, denn es können erhebliche Mietschulden deinerseits auflaufen, allerdings wird definitiv eine Kostensenkungsaufforderung (mit Umzug) kommen. Das JC wird sich wehren eine so hohe Mietanpassung zu akzeptieren, ggf. könnte es Massnahmen gegen den VM (und auch dich) von Amtswegen einleiten, weil hier ein best. Verdacht im Raum stehen könnte. Mehr schreib ich dazu nicht mehr.
      _______
      Ich ziehe mich aus pers. Gründen als aktives Forumsmitglied zurück. :/

      Nun müssen andere die Lücke füllen. Gelegentlich werde ich noch unregelmäßig einen Beitrag schreiben

      _______
      gruss
      kaiserqualle

      kaiserqualle schrieb:

      ggf. könnte es Massnahmen gegen den VM (und auch dich) von Amtswegen einleiten, weil hier ein best. Verdacht im Raum stehen könnte. Mehr schreib ich dazu nicht mehr.

      Genau diesen Verdacht will ich natürlich nicht entstehen lassen. Daher war es sicher richtig, erst eure Meinungen einzuholen. Was ich nun wie tue, muss ich nochmal neu überdenken. Dem Vermieter war halt nicht klar, dass er den Freundschaftsmietpreis nicht jederzeit bis zur ortsüblichen Vergleichsmiete anheben darf. Er hat sich darüber keine Gedanken gemacht, sonst hätte er die Miete sicher alle paar Jahre mal angepasst. Diese 20%-Regel ist ja ansonsten eine gute Sache zum Schutz der Mieter. Hier ist sie allerdings aus Vermietersicht ziemlich ungerecht. Mir geht es halt darum, hier keinen Verwandtschaftskrieg zu entfachen. Ich stimme dem VM ja zu, das die derzeitige Miete zu gering ist. Allerdings sind 150€ mtl. aus eigener Tasche doch eine Menge Geld.
      Information schadet nur dem, der sie nicht hat!

      Sollten sich, wie zuletzt leider oftmals in anderen Threads geschehen, Teammitglieder oder User durch meine Beiträge angegriffen fühlen, oder sogar eine Unterstellung darin vermuten, entschuldige ich mich vorbeugend dafür. Dies war nicht meine Absicht. Prüft bitte, ob eine Falschinterpretation eurerseits vorliegen könnte!
      Na, die Miete könnte ja zunächst mal um 20% angepasst werden; wäre schon mal besser als nix ^^

      In der Tat dürfte das sogar ratsam sein, und am besten in drei Jahren gleich nochmal ... Man muss ja auch immer an die Zukunft denken: es wird sich an der Tendenz vermutlich nix ändern, dass die Wirtschaft Armut braucht, um die Massen kontrollieren zu können, und wenn man erst einmal in der Unterschicht angekommen ist, dann spricht einiges dafür, dass man dort auch über längere Zeit verbleiben wird ... Und irgendwann werden eure Kinder auch mal ausziehen, dann wird die Wohnung nicht mehr angemessen sein (m²), und dann müsst ihr umziehen – nicht dass eure Verwandten dann die Miete für einen Fremden zunächst auch zu niedrig ansetzen müssen, weil sie die Miete nicht auf einen Schlag so erhöhen dürfen ...

      Ich stimme mit Dir darin überein, dass das sehr cool von euren Verwandten ist, und dass sie derzeit leider nur dem JC Geld sparen, aber so ad hoc wird sich das leider nicht abstellen lassen ... :(

      Ich bin mir nicht ganz sicher, aber ich glaube dass eine Renovierung/Sanierung auch eine größere Mieterhöhung rechtfertigen würde, aber das kostet natürlich auch ... Falls, auf der anderen Hand, allerdings eine Renovierung in der nächsten Zeit ohnehin geplant/notwendig ist, könnte man vielleicht da mehr auf die Tube drücken ... ^^

    Es gibt hier keine Rechtsberatung sondern wir tauschen nur Erfahrungen aus.

     

    Creative Commons Lizenzvertrag
    Texte auf dieser Webseite sind für nichtkommerzielle Zwecke nutzbar, wenn die Quelle genannt wird.
    Sie stehen unter
    Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 4.0 Deutschland Lizenz.