Nebenkostenabrechnung,was darf das JC verlangen?

      Nebenkostenabrechnung,was darf das JC verlangen?

      Darf das JC sämtliche Nachweise: Grundsteuergebührenbescheid,Müllgebührenbescheid,Strassenreinigung,Gebäudeversicherung,Gartenpflege/Hauswart,Schornsteinfegerrechnung etc.,von einer Mieterin verlangen?

      Es wurde eine Nebenkostenabrechnung(wo alles aufgelistet ist) eingereicht die jetzt schon zum dritten mal beanstandet wird.
      Heilir Æsir, heilar Ásynjur
      og öll ginnheilög go
      So,hier die eingereichte Abrechnung und das Schreiben vom JC:
      Dateien
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      Sorry aber diese Nebenkostenabrechnung würde ich auch nicht akzeptieren oder anerkennen.

      Hier fehlt der Umlageschlüssel nach dem die Kosten verteilt werden und in beiden Jahren die exakte Summe ?
      Ferner sind da auch Rechenfehler drin wie z.B. Nebenkosten pro Monat mit Grundsteuer und ohne.

      Es ist kein Absender auf der Nebenkostenabrechnung und die Abrechnung ist nicht unterschrieben. Mit anderen Worten das ist ein Schmierzettel mehr nicht.

      Wie muss eine korrekte Nebenkostenabrechnung aussehen?

      Sobald der Mieter die jährliche Nebenkostenabrechnung erhält, sollte er diese umgehend überprüfen.

      Diese Prüfung nimmt der Mieter am besten dergestalt vor, dass er die aktuelle Abrechnung mit der Nebenkostenabrechnung des Vorjahres vergleicht. Besteht ein guter Kontakt zu den Nachbarn, so sollte bei Zweifeln auch die Nebenkostenabrechnung des Nachbarn zum Vergleich herangezogen werden. Eine korrekte Nebenkostenabrechnung muss klar und verständlich sein und dem Mieter als mietrechtlichem Laien genau aufzeigen, was er warum bezahlen muss.

      Vor allem muss die Nebenkostenabrechnung die folgenden Informationen enthalten:

      den Zeitraum der Abrechnung
      die Gesamtkosten für das Mietshaus
      den Aufteilungsschlüssel auf die einzelnen Mietwohnungen
      den jeweiligen Kostenanteil für die einzelne Wohnung
      die Anrechnung der Nebenkostenvorauszahlungen



      Hier mal ein Muster:

      [iframe=800,1150]http://www.inpopro.de/mietvertrag/nebenkostenabrechnung.pdf[/iframe]
      Dateien
      ich gehe davon aus, dass d. Fragesteller die Daten d. Vermieters bewusst nicht eingescannt hat ?!

      Sonst stimme ich Dir vorbehaltlos zu und danke für d. PDF die ja alles haargenau aufschlüsselt.

      Mal schauen was d. Fragesteller sagen wird.

      In meinem Mietvertrag sind die NK in Detaills aufgelistet und auch der mtl. Beitrag der zu entrichten (pauschal 61€ ) ist und u.a. steht drin, dass einmal jährlich abgechnet wird aber seit Zuzug bis dato ( Ü10 J. ) geschah dies nie und d. NK -Höhe hat sich auch nie geändert.... naja das handhabt jeder Vermieter anders.
      Hallo loki88,

      loki88 schrieb:

      Darf das JC sämtliche Nachweise: Grundsteuergebührenbescheid,Müllgebührenbescheid,Strassenreinigung,Gebäudeversicherung,Gartenpflege/Hauswart,Schornsteinfegerrechnung etc.,von einer Mieterin verlangen?
      nur gegen Kostenerstattung der Kopien die dafür beim Vermieter anfallen durch das JC, das muss vorher beim JC beantragt werden. Denn der Mieter kann vom Vermieter grundsätzlich Einsicht in die Abrechnungsunterlagen verlagen, oder gegen Kostenerstattung Kopien verlangen.

      Es wurde eine Nebenkostenabrechnung(wo alles aufgelistet ist) eingereicht die jetzt schon zum dritten mal beanstandet wird.

      Das eingereichte ist nicht mal ansatzweise eine Nebenkostenabrechnung, weil es nicht den gesetzl. Mindeststandarts entspricht. Ich stelle allerding fest, dass das wohl ein 2 Familien-Haus ist (EG, 1.OG), einige Beträge sind hälftig, einige voll auf den Mieter umgelegt (durch 2, durch qm, oder Anzahl der Personen oder mal so oder so? was denn nun?). Der Verteilerschlüssel fehlt.
      Zahlst du immer den Hausstrom und den Schornstein alleine?

      _______
      Ich ziehe mich aus pers. Gründen als aktives Forumsmitglied zurück. :/

      Nun müssen andere die Lücke füllen. Gelegentlich werde ich noch unregelmäßig einen Beitrag schreiben

      _______
      gruss
      kaiserqualle
      Loki, sieht so aus, als würde dein Vermieter dich über den Tisch ziehen.

      Diesmal liegt die A-Karte wohl nicht beim JC. Wenn es dein Geld wäre, was da betrügerisch einkassiert wird, wär's auch nur dein Problem. Nun ist es dein Problem, daß dies auf Kosten der Allgemeinheit geschehen soll. Oder doch nicht?

      Schreib den Vermieter an.

      Lieber Landlord,

      da die bisherigen Nebenkostenabrechnungen leider nicht die gesetzlichen Mindestanforderungen gerecht werden bitte ich umgehend um eine entsprechende Korrektur, gern auch rückwirkend, da diese Kosten andernfalls nicht beglichen werden können.
      So ich meld mich dann auch mal zu Wort. 1. Ist das nicht meine Abrechnung und 2. ist das doch alles ein wenig
      mysterioes hier. Es handelt sich um ein Einfamilienhaus EG und 1.OG wo oben die Tochter wohnt und Hartz4
      bezieht. Die Tochter hat saemtliche Vollmachten und macht die Nebenkostenabrechnung selber.

      Ich hab das was Ihr geschrieben habt so weiter gegeben und danke euch fuer eure Antworten. Die Mieterin(Tochter) bleibt allerdings der Meinung das es keine Vorgaben gibt wie so eine Nebenkostenabrechnung auszusehen hat,selbst schuld.
      Heilir Æsir, heilar Ásynjur
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      Sorry, aber die liegt die gute sehr falsch. Grundlage ist neben dem BGB die Betriebskostenverordnung § 1 und § 2 sowie die Rechtsprechung des BGH.

      Abrechnung der Betriebskosten

      Mindestangaben für die Abrechnung sind:
      • eine Zusammenstellung der Gesamtkosten;
      • die Angabe und Erläuterung der zugrunde gelegten Verteilerschlüssel;
      • die Berechnung des Anteils des Mieters;
      • der Abzug der Vorauszahlungen des Mieters;
      • der Ausweis und ggf. Vorwegabzug der Kosten von Gewerberaum.

      Die Abrechnung im Wohnraummietverhältnis muss innerhalb folgender Fristen erstellt werden:
      1. Der Abrechnungszeitraum darf maximal ein Jahr betragen. Dies ist der Zeitraum, über den abgerechnet wird.
      2. Die Abrechnungsfrist beträgt 12 Monate nach Ende der Abrechnungsperiode; d.h. spätestens zum Ablauf dieser Frist muss die Abrechnung dem Mieter zugegangen sein.
      3. Die Einwendungsfrist für den Mieter endet 12 Monate nach Erhalt der Abrechnung

      Die Folgen der verspäteten Abrechnung bestehen darin, dass der Vermieter mit seinen Nachforderungen ausgeschlossen ist. Gleichzeitig bleibt er trotzdem zur Abrechnung verpflichtet, so dass der Mieter auf Rechnungslegung klagen kann. Der Mieter hat zudem ein Zurückbehaltungsrecht an den laufenden Betriebskostenvorauszahlungen, bis eine ordnungsgemäße Abrechnung der vorherigen Zeiträume erstellt worden ist.

      Ist eine fristgerechte Abrechnung nicht möglich, z.B. weil noch nicht alle Belege vorhanden sind, ist es zulässig, die Abrechnungsfrist zu überschreiten.
      Eine Verpflichtung zur Teilabrechnung besteht danach nicht.
      Teilabrechnungen sind nicht ausgeschlossen. Der Vermieter kann daher Teilabrechnungen vornehmen; ein Hinweis, dass es sich um eine Teilabrechnung handelt ist allerdings erforderlich.

      Beispiel (BGH, Urteil v. 09.04.2008, Az.: VIII ZR 87/07):

      Am 9. April 2008 hat der BGH in einem weiteren Urteil zu Betriebskostenabrechnung seine bisherige Rechtsprechung zur ordnungsmäßigen Abrechnung bestätigt (Az. VIII ZR 87/07). In dem aktuellen Fall war in der Betriebskostenabrechnung bei einzelnen Kostenarten die Umlage nach der Wohnfläche vorgenommen worden. Allerdings hatte der Vermieter die Quadratmeter an Wohnfläche mit der Anzahl der Monate, in welchen der Mieter das Objekt bewohnte, multipliziert, um eine der Wohnnutzung entsprechende zeitliche Abgrenzung zu erreichen. In der Erläuterung der Abrechnung las sich das so: „ Umlage nach Quadratmeter Wohnfläche * Monate“. Daraus wurde eine Gesamtsumme von 3816,00 gebildet. Daneben hieß es „Ihr Anteil: 11760,00“; in der Zeile darunter war die Zahl „12“ aufgeführt.
      Nach dem Ende der Abrechnungsfrist machten die Mieter geltend gemeint als die Betriebskostenabrechnung unverständlich sei. Der Bundesgerichtshof gab den Mietern recht. Nach Auffassung der obersten Bundesrichter erschließt es sich einen durchschnittlichen Mieter nämlich nicht, dass die unter „Gesamtsumme“ aufgeführte Zahl 3816,00 das Produkt aus der Gesamtwohnfläche des Hauses von insgesamt 318 m² und den 12 Monaten des Jahres sein sollte, die das Gesamtobjekt vermietet wurde. Es wäre zudem nicht klar, dass sich unter der Angabe „Ihr Anteil: 1176,00“ das Produkt aus der Wohnfläche der von den Mietern angemieteten Wohnung von 98,00 m² und der Anzahl der 12 Nutzungs-Monate verbarg.
      Damit war die Betriebskostenabrechnung nach Ansicht des Bundesgerichtshofes unverständlich und damit nicht ordnungsgemäß. Nach Ablauf der Abrechnungsfrist kann allerdings eine nicht ordnungsgemäße Abrechnung nicht mehr korrigiert werden. Dies hat zur Folge, dass die Mieter die Nachzahlung aus der Betriebskostenabrechnung nicht leisten mussten. (BGH, Urteil v. 09.04.2008, Az.: VIII ZR 87/07).


      Merkpunkte:
      • Der Abrechnungszeitraum darf maximal ein Jahr betragen. Dies ist der Zeitraum, über den abgerechnet wird.
      • Die Abrechnungsfrist beträgt 12 Monate nach Ende der Abrechnungsperiode; d.h. spätestens zum Ablauf dieser Frist muss die Abrechnung dem Mieter zugegangen sein.
      • Geht die Abrechnung nach Ende der Abrechnungsfrist zu, ist der Vermieter mit Nachforderungen ausgeschlossen, sofern er die verspätete Abrechnung verschuldet hat.
      • Der Mieter kann auf Erteilung einer Abrechnung klagen.
      • Der Mieter kann die Betriebskostenvorauszahlungen zurückbehalten bis eine Abrechnung erteilt ist

      loki88 schrieb:

      Die Mieterin(Tochter) bleibt allerdings der Meinung das es keine Vorgaben gibt wie so eine Nebenkostenabrechnung auszusehen hat,selbst schuld.


      Sie glaubt, ein Vermieter kann in die D-Land Rechnungen zusammenphantsieren und hat dann auch noch Anspruch auf die "errechnete" Summe?

      Naja.

      Nicht wenige glauben ja auch an die Wiederauferstehung des Fleisches. Dafür ist allerdings nicht die deutsche Legislative zuständig...
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