Zusammenziehen mit Aufstocker

      Zusammenziehen mit Aufstocker

      Hallo zusammen,

      ich plane mit meiner Freundin zusammenzuziehen sobald die Tochter (20 Jahre alt) ihren Lehrvertrag hat und ausgezogen ist.
      Soweit sogut, zum besseren Verständnis muss das aber genauer erläutert werden. Das steht auch nicht sofort an, kann auch noch 1,2,3,4,5 Jahre dauern, falls sie keine Lehre kriegt und erst mit 25 und Hartz4 auszieht. Wir haben am Wochenende aber schon mal laut drüber nachgedacht.
      Kann also ein wenig länger werden. Und ich hole mir lieber erstmal hier Infos, bevor ich (wir) beim Amt nachfragen.

      Folgende Konstellation:

      -Ich, derzeit noch ALG I Empfänger (9 Monate vor ALGII) derzeitige MIete 290 €. 1 Raum Wohnung.

      -Sie, Aufstocker - 950 € Lohn bei 3/4 Stelle, erhält jetzt 220 € Aufstockung. Derzeit lebt noch die Tochter im Haushalt. Demnächst die Miete ~500€ nach der Modernisierung der Wohnung. 3 Raum.

      Ausziehen muss sie ja dann aus der Wohnung sowieso wenn die Tochter ausgezogen ist, bei dann noch 1 Person, 3 Raum und ~500 € Miete.
      Nun könnte ich ja dort einziehen und wir sind fast bei den 498€ die man in Berlin für 2 Personen haben darf. Das wollen wir aber nicht, da die Wohnung im 5. Stock ohne Fahrstuhl ist und man mit Mitte 40 nicht mehr so gut zu Fuß ist. *Hust* Außerdem wollen wir hier in mein Viertel ziehen.

      Nun haben wir nach 2 Raum Plattenbau Wohnungen geguckt. Die haben für gewöhnlich ~45 m². Das ist ihr zu klein für uns 2. Passen aber in die örtlichen Richtlinien der KDU.
      3 Raum Wohnungen kommen da schon eher in Betracht von der Größe her. Kosten aber 50 - 80 € mehr als erlaubt. Fällt also aus.
      Nun haben wir eine große 2 Raum Wohnung entdeckt die es in einem bestimmten Plattenbau Typ gibt.
      67 m², 500 € Miete und sie gefällt uns beiden. Von dieser Sorte gibt es in diesem Plattenbautyp immer wieder welche im Angebot.

      Muss man als Aufstocker auch das Amt fragen ob man umziehen darf mit dann einem (eventuellen) Hartz4 Empfänger?
      Die Miete von 500€ wird ja dann geteilt, wenn ich zu der Zeit ALG II Empfänger sein würde, spart das Amt ja bei mir 40€. Bei ihr so ca. 150€ im Vergleich wenn sie alleine eine kleine andere 2 Raum Wohnung mieten würde und ich in meiner 1 Raum Wohnung bleiben würde.

      Sind unsere Pläne realistisch oder können wir uns das Zusammenziehen so wie geplant abschminken weil das Amt sich quer stellen könnte?

      Danke fürs Lesen und Eure Infos.

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      Keiner?

      Ok, ich präzisiere meine Fragen, da vielleicht zu viel Text oben steht:

      1. Ist man als Pärchen (1x Aufstocker + 1 eventueller ALG II Empfänger) auch exakt an die KDU gebunden?
      Die Miete wird ja geteilt und das Amt spart ja im Vergleich als wenn wir alleine wohnen würden.

      2. Kann das Amt argumentieren, das man zu zweit auch einen Wohnung kriegen die billiger und kleiner ist?
      Hallo @891,

      so lange man seinen eigenen Bedarf nicht decken kann, unterliegt man weiterhin allen Pflichten des SGB II, also auch § 22 SGB II.

      Allerdings sollte es keine Probleme geben, wenn die zulässige Bruttowarmmiete 2 Personen ( Berlin, 498€) nicht überschritten wird.

      Zusage für den Umzug sollte man sich beim JC einholen. Dann auch die Zusicherung der Übernahme der Kosten für den Umzug beantragen.

      Vielleicht liege ich ja falsch, aber wenn die Tochter Deiner Freundin eine Lehrstelle bekommt, sollte Deine Freundin nicht mal darüber nachdenken, sich aus dem Alg II Bezug abzumelden ?

      Ihr steht ja dann noch Kindergeld zu, bis die Tochter die Lehre beendet hat(max. bis zum 25. Lebensjahr). Dazu noch Wohngeld.

      Mal so eine Überlegung meinerseits.
      Ich mache darauf aufmerksam, das das Gesetz davon ausgeht, das man erst eine Bedarfgemeinschaft nach einem Jahr bildet, sofern keine eigene Kinder mit im Spiel sind.

      Das heißt im ersten Jahr könntet ihr eine BG abstreiten, wobei damit zu rechnen währe, dass das Jobcenter alles versuchen würde euch vor Ablauf der Jahresfrist in einer Bedarfsgemeinschaft zu stecken, weil ja dadurch die Behörde Geld sparen könnte.

      (3) Zur Bedarfsgemeinschaft gehören

      1.
      die erwerbsfähigen Leistungsberechtigten,
      2.
      die im Haushalt lebenden Eltern oder der im Haushalt lebende Elternteil eines unverheirateten erwerbsfähigen Kindes, welches das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, und die im Haushalt lebende Partnerin oder der im Haushalt lebende Partner dieses Elternteils,
      3.
      als Partnerin oder Partner der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten

      a)
      die nicht dauernd getrennt lebende Ehegattin oder der nicht dauernd getrennt lebende Ehegatte,
      b)
      die nicht dauernd getrennt lebende Lebenspartnerin oder der nicht dauernd getrennt lebende Lebenspartner,
      c)
      eine Person, die mit der erwerbsfähigen leistungsberechtigten Person in einem gemeinsamen Haushalt so zusammenlebt, dass nach verständiger Würdigung der wechselseitige Wille anzunehmen ist, Verantwortung füreinander zu tragen und füreinander einzustehen.

      4.
      die dem Haushalt angehörenden unverheirateten Kinder der in den Nummern 1 bis 3 genannten Personen, wenn sie das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, soweit sie die Leistungen zur Sicherung ihres Lebensunterhalts nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen beschaffen können.

      (3a) Ein wechselseitiger Wille, Verantwortung füreinander zu tragen und füreinander einzustehen, wird vermutet, wenn Partner

      1.
      länger als ein Jahr zusammenleben,
      2.
      mit einem gemeinsamen Kind zusammenleben,
      3.
      Kinder oder Angehörige im Haushalt versorgen oder
      4.
      befugt sind, über Einkommen oder Vermögen des anderen zu verfügen.


      § 7 Abs. 3 und 3a SGB II

      Ghansafan schrieb:

      Vielleicht liege ich ja falsch, aber wenn die Tochter Deiner Freundin eine Lehrstelle bekommt, sollte Deine Freundin nicht mal darüber nachdenken, sich aus dem Alg II Bezug abzumelden ?
      Ihr steht ja dann noch Kindergeld zu, bis die Tochter die Lehre beendet hat(max. bis zum 25. Lebensjahr). Dazu noch Wohngeld.
      Mal so eine Überlegung meinerseits.



      Gute Idee. Werde ich mal vorschlagen und bei Gelegenheit ausrechnen.

      Und naja, die Wohnung ist 2m² größer und 9 € teurer als erlaubt. Da hoffe ich doch mal, das die Herrschaften beim Amt sich da nicht so anstellen.
      Es gibt ja kleinere und billigere Buden könnten die sagen....
      Die Differenz zahlen wir dann schon selbst, falls es nicht komplett übernommen wird.


      @blinky
      Das machen wir nicht so. Den Stress noch zusätzlich wollen wir uns ersparen.

    Es gibt hier keine Rechtsberatung sondern wir tauschen nur Erfahrungen aus.

     

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