Anhörung unangemessene KdU nach langjährigem Leistungsbezug

      Anhörung unangemessene KdU nach langjährigem Leistungsbezug

      Aus heiterem Himmel erhielt ich vom Jobcenter eine Anhörung zu den Kosten der Unterkunft, die tatsächlichen Heizkosten wären zu hoch.

      In unserer Wohnung leben seit 1999 2 Personen, die KDU wurden am Beginn des Leistungsbezuges anstandslos übernommen, es gab damals einen Bestandsschutzzuschlag von 13 Prozent für schon länger bewohnte Wohnungen.

      Die Miete hat sich nicht verändert, wir bekommen auf Grund sparsamen Verbrauchs bei den Betriebskosten eine Gutschrift.

      Gestern bekamen wir eine Anhörung, die tatsächlichen Heizkosten wären plötzlich zu hoch (die sind seit Anfang an unverändert oder eher noch weniger geworden) Die Wohnung ist 70 m² groß, Kaltmiete liegt unterhalb der Angemessenheit.

      Was könnte ich dem JC jetzt antworten?
      Das kann ich mangels Technik leider nicht.

      angemessene Kosten für 2 Personen

      333 € Grundmiete zzgl. kalte Betriebskosten
      83 € Heizkosten (laut Entscheidung BSG v. 02.07.09 AZ B14 AS 36/08 R

      ihre Kosten der Unterkunft

      303 € Grundmiete zzgl. kalte Betriebskosten
      140 € tatsächliche Heizkosten
      57 € Überschreitung der Heizkosten

      Ich habe Sie daher aufzufordern, ihre Kosten der Unterkunft durch Umzug, durch Vermieten oder auf andere Weise (zum Beispiel Senkung Verbrauchskosten) zu senken.

      Bevor ich abschließen über die Angemessenheit ihrer Wohnkosten entscheide, gebe ich Ihnen Gelegenheit sich zur Thematik bis zum 31. Mai zu äußern.

      Die vom JC als zu hoch bezeichneten tatsächlichen Heizkosten sind die vereinbarten Vorauszahlungen laut Mietvertrag (140€), der wirkliche Verbrauch laut Betriebskostenabrechnung ist geringer, aber immer noch hoch (109 €) Der hohe Verbrauch ist aber nicht auf meinen persönlichen Verbrauch zurückzuführen, sondern auf die 50 % Gesamtverbrauch des Hauses mit 50 Mietparteien.
      Hallo Wasserberger,

      willkommen im Forum,

      Wasserberger schrieb:

      ......

      Was könnte ich dem JC jetzt antworten?


      gibt es für den Bereich deine JC neue Regelungen zur Angemessenheit.?
      Lag schon eine Kostensenkungsaufforderung vor, weil die Wohnung ggf. zu gross ist (70 qm statt 60 qm)?
      Gehört dein JC zu einem Optionskreis, -kommune?
      Wie sieht die letzte und davor liegende Betriebskosten/Heizkostenabrechnung aus? (2011/2012)
      Welcher Art ist die Heizung, mit oder ohne zentrale Wassererwärmung (Warmwasserzuschlag)?

      Fragen über Fragen.
      _______
      Ich ziehe mich aus pers. Gründen als aktives Forumsmitglied zurück. :/

      Nun müssen andere die Lücke füllen. Gelegentlich werde ich noch unregelmäßig einen Beitrag schreiben

      _______
      gruss
      kaiserqualle
      Bisher keine Aufforderung erhalten, es ist ein Jobcenter und die Regelung hinsichtlich Angemessenheit ging früher von der Gesamtmiete plus Bestandsschutz aus, jetzt trennt man wohl Grundmiete + Heizkosten und läßt den Bestandsschutz einfach weg.

      Hab mir jetzt mal die 109 € wirklichen Verbrauch nach der letzten Betriebskostenabrechnung genauer angeschaut, mein persönlicher Heizkostenverbrauch (50%) für das gesamte Jahr beträgt 50 €, da kann ich kaum was senken, der Verbrauch (50%) für das gesamte Haus fast das 10fache. Warmwasser ist auch mit drin.

      Und die Kaltwasserkosten sind auch noch Bestandteil der Heizkosten, ich glaubs ja nicht.
      Hallo Wasserberger,

      Wasserberger schrieb:

      Das kann ich mangels Technik leider nicht.

      Hast du keine Möglichkeit das Abzufotografieren, (Digitalkamera, Handykamera) und dann per MS-Paint zu anonymisieren?

      angemessene Kosten für 2 Personen

      333 € Grundmiete zzgl. kalte Betriebskosten
      83 € Heizkosten (laut Entscheidung BSG v. 02.07.09 AZ B14 AS 36/08 R

      Hast dein JC nicht eigene Angemessenheitskriterien?

      ihre Kosten der Unterkunft

      303 € Grundmiete zzgl. kalte Betriebskosten
      140 € tatsächliche Heizkosten
      57 € Überschreitung der Heizkosten

      Ich habe Sie daher aufzufordern, ihre Kosten der Unterkunft durch Umzug, durch Vermieten oder auf andere Weise (zum Beispiel Senkung Verbrauchskosten) zu senken.

      Dies ist eine sogenannte "Kostensenkungsaufforderung", jetzt muss dir das JC erstmal die nächsten 6 Mon.. die gleichen Kosten wie vorher bezahlen. Wenn wie.o.a. ein Umzug verlangt wird, dann sind auch die Kosten dafür zu zahlen.

      Stelle einen Antrag
      - auf Erstattung der Kosten für Auszugsrenovierung der alten Wohnung
      - auf Erstattung der Kosten für Einzugsrenovierung der neuen Wohnung
      - auf Kostenübernahme für Umzugsunternehmen (3 Angebote einholen, aber noch nicht jetzt.)
      - auf Maklerschein für die neue Wohnung
      - auf Übernahme der Mietkaution.


      Bevor ich abschließen über die Angemessenheit ihrer Wohnkosten entscheide, gebe ich Ihnen Gelegenheit sich zur Thematik bis zum 31. Mai zu äußern.

      ......Der hohe Verbrauch ist aber nicht auf meinen persönlichen Verbrauch zurückzuführen, sondern auf die 50 % Gesamtverbrauch des Hauses mit 50 Mietparteien.

      würde ich schreiben, dass dein tatsächlicher Heizverbrauch nur bei 50% liegt, der andere Anteil als 50% Umlage für den Betrieb der Anlage ist.
      _______
      Ich ziehe mich aus pers. Gründen als aktives Forumsmitglied zurück. :/

      Nun müssen andere die Lücke füllen. Gelegentlich werde ich noch unregelmäßig einen Beitrag schreiben

      _______
      gruss
      kaiserqualle
      Hast du keine Möglichkeit das Abzufotografieren, (Digitalkamera, Handykamera) und dann per MS-Paint zu anonymisieren?

      Mein Handy telefoniert nur.

      Hab mir jetzt mal die Mühe gemacht und meine tatsächlichen Heizkosten plus Warmwasser nach der letzten Abrechnung pro Monat ausgerechnet, 78 € statt 140 € , also innerhalb der Angemessenheit.

      Obwohl die Kostensenkungsaufforderung zahlenmäßig völlig fürn Arsch, möchte ich dies der Sachbearbeiterin noch nicht auf die Nase binden. Sie soll erst mal 6 Monate weiterzahlen. Reicht es dafür, dass ich eine Senkung der Verbrauchskosten hoch und heilig verspreche?

      Umzug versprechen wäre mir zu viel Aufwand, da müßte ich doch Nachweise bringen.
      Hallo Wasserberger,

      Wasserberger schrieb:

      ..........

      Hab mir jetzt mal die Mühe gemacht und meine tatsächlichen Heizkosten plus Warmwasser nach der letzten Abrechnung pro Monat ausgerechnet, 78 € statt 140 € , also innerhalb der Angemessenheit.

      ist das der 50% Anteil, oder der 100% Anteil?

      Obwohl die Kostensenkungsaufforderung zahlenmäßig völlig fürn Arsch, möchte ich dies der Sachbearbeiterin noch nicht auf die Nase binden. Sie soll erst mal 6 Monate weiterzahlen. Reicht es dafür, dass ich eine Senkung der Verbrauchskosten hoch und heilig verspreche?

      Nein, es reicht, wenn du dem Vermieter ein Schreiben zukommen lässt, in dem eine Abänderung der Vorauszahlung der Heizkosten angekündigt und dann für den darauf folgenden Monat reduziert wird. Dies muss dann dem JC mitgeteilt werden und die KDU in Bezug auf die Summe der Heizkosten ebenfalls reduziert werden. Denn gem. BSG Urteil sind die Nebenkosten (Heiz- u. Betriebskosten) anzupassen auf die tatsächlichen Werte.

      Wenn du also im Monat 140,- Heizkostenvorauszahlung leistest, aber nur 78,- € verbrauchst, dann sind die Vorauszahlungen anzupassen auf 78,- besser 80,- Euro. Damit hättest du schon die Differenz-Kosten eingespart. Mehr kann ich dir dazu nicht sagen, da ich die Abrechnungen nicht gesehen habe.


      Umzug versprechen wäre mir zu viel Aufwand, da müßte ich doch Nachweise bringen.
      Es geht darum, dass du die Anträge stellst, wenn die unmissverständliche Umzugsaufforderung kommt, denn dadurch wird ggf. die Wirtschaftlichkeit eines möglicherweise angeordneten Umzuges aufgefressen. Macht der SB dir Arbeit, solltest du das Ihm gegenüber auch tun.
      _______
      Ich ziehe mich aus pers. Gründen als aktives Forumsmitglied zurück. :/

      Nun müssen andere die Lücke füllen. Gelegentlich werde ich noch unregelmäßig einen Beitrag schreiben

      _______
      gruss
      kaiserqualle
      Hallo,

      wenn ich richtig informiert bin, dann muss man Dir unwirtschaftliches Verhalten nachweisen. Das dürfte schwer möglich sein.

      Lass Dir doch mal die Wirtschaftlichkeitsprüfung darlegen vom JC. Muss ja dann eine vorliegen.

      Wasserberger schrieb:

      So weit sind wir noch nicht, erst mal verspreche ich, noch weniger zu heizen, macht sich besonders jetzt im Sommer gut.



      Bo ey, das war zynisch! Vor einigen Tagen habe ich erst mal das Fenster geschlossen, das sonst ab März durchgehend auf ist... Und am nächsten Tag sogar die Heizung aufgedreht.

      Dieses Jahr dürfte die Nebenkostenabrechnung bei vielen höher liegen als bisher... Man darf gespannt sein, was die sich dazu einfallen lassen. :mrgreen:
      Die Kälte konnte keiner vorhersehen.

      Falls es zur Absenkung meiner Miete kommen sollte, würde mein Anwalt gern Widerspruch einlegen.
      Die Sachbearbeiter in der Leistungsabteilung verwenden zunächst die selbstgestrickten niedrigen Angemessenheitsgrenzen, bei einem Widerspruch wird dann aber auf die Wohngeldtabelle mit den höheren Werten zurückgegriffen und da liege ich weit drunter.

    Es gibt hier keine Rechtsberatung sondern wir tauschen nur Erfahrungen aus.

     

    Creative Commons Lizenzvertrag
    Texte auf dieser Webseite sind für nichtkommerzielle Zwecke nutzbar, wenn die Quelle genannt wird.
    Sie stehen unter
    Creative Commons Namensnennung - Nicht-kommerziell - Keine Bearbeitung 4.0 Deutschland Lizenz.