Überschreitung der Angemessenheitsgrenze

      Überschreitung der Angemessenheitsgrenze

      Es wird durch Erhöhung der Miete und Erhöhung der Vorauszahlung der Betriebskosten die Angemessenheitsgrenze der KDU um ca. 50,00 €/Monat überschritten.

      Ab welcher Höhe der Überschreitung muss mit einer Kostensenkungsaufforderung gerechnet werden.
      Vielleicht hat hier jemand Erfahrungen ?
      Kann bei einer Überschreitung der angemessenen Unterkunftskosten von ca. 50,00 €/Monat ein Auge zugedrückt werden, wenn keinerlei Härtefallregelung greift und ein Umzug wirtschaftlich wäre ???
      Liegt das im Ermessen eines SB ???

      MfG
      Es kann theoretisch ab 1 Euro eine Kostensenkungsaufforderung kommen. Eine 10 % Überschreitung ist möglich liegt aber im Ermesssen des JC´s. Also Mieterhöung ans JC geben und warten was passiert aber bei 50 Euro bin ich mir sicher das du eine Kostensenkungsaufforderung bekommst.

      Jennifer schrieb:

      Käme auch noch auf die jeweiligen örtlichen Richtlinien für KDU an.

      Nicht zutreffend. Das hat nicht mit den örtlichen Richtlinien zu tun sondern mit dem SGB II. Die Richlinien legen nur die örtlichen Obergrenzen fest und da schreibt der TE ja das er 50 Euro über der örtlichen angemessenen Miete liegt. Für alles was darüber liegt gilt ersteinmal:
      § 22 Bedarfe für Unterkunft und Heizung
      (1) Bedarfe für Unterkunft und Heizung werden in Höhe der tatsächlichen Aufwendungen anerkannt, soweit diese angemessen sind. Erhöhen sich nach einem nicht erforderlichen Umzug die angemessenen Aufwendungen für Unterkunft und Heizung, wird nur der bisherige Bedarf anerkannt. Soweit die Aufwendungen für die Unterkunft und Heizung den der Besonderheit des Einzelfalles angemessenen Umfang übersteigen, sind sie als Bedarf so lange anzuerkennen, wie es der oder dem alleinstehenden Leistungsberechtigten oder der Bedarfsgemeinschaft nicht möglich oder nicht zuzumuten ist, durch einen Wohnungswechsel, durch Vermieten oder auf andere Weise die Aufwendungen zu senken, in der Regel jedoch längstens für sechs Monate. Eine Absenkung der nach Satz 1 unangemessenen Aufwendungen muss nicht gefordert werden, wenn diese unter Berücksichtigung der bei einem Wohnungswechsel zu erbringenden Leistungen unwirtschaftlich wäre.


      Eine andere Geschichte ist es die örtliche KDU komplett anzugreifen hinsichtlich eines schlüßigen Konzepts. Liegt das nicht vor kann auf WoGG +10 % Sicherheitszuschlag abgestellt werden. Aber darum geht es hier zunächst nicht.
      Kämpfer
      Es wird durch Erhöhung der Miete und Erhöhung der Vorauszahlung der Betriebskosten die Angemessenheitsgrenze der KDU um ca. 50,00 €/Monat überschritten.


      Das war es, was mich etwas störte. Hat der TE das wirklich schlüssig überprüft? ?( Hab schon erlebt, dass der TE meinte es wäre zu hoch
      und bei nochmaliger genauer Überprüfung des Ganzes hat sich rausgestellt, dass die KDU für die Region doch angemessen waren.
      Deshalb hier meine Nachfrage!

      Ab welcher Höhe der Überschreitung muss mit einer Kostensenkungsaufforderung gerechnet werden.
      Vielleicht hat hier jemand Erfahrungen ?

      Welche Region, welche örtlichen Richtlinien gelten hier? Auch hier wieder meine Frage nach Überprüfung durch TE.
      Aber vielleicht kommen wirklich nur bei mir diese Fragen. ?(


      Quantux
      Eine andere Geschichte ist es die örtliche KDU komplett anzugreifen hinsichtlich eines schlüßigen Konzepts. Liegt das nicht vor kann auf WoGG +10 % Sicherheitszuschlag abgestellt werden.


      Ja, da hast du recht! Wäre eine Möglichkeit!

      Abschließend nur noch die Erwähnung anhand von NRW, die die KDU willkürlich gesenkt haben, rechtswidrig!
      Deshalb meine Nachfrage!
      Nach der BSG Rechtsprechung muss eine als angemessene definierte Wohnung auch real anmietbar sein. Genauso müssen solche Wohnungen auch im ausreichenden Maße im Einzugsgebiet zur Verfügung stehen. Ghettobildung ist zu vermeiden! Ist das bei dir überhaupt der Fall?

      Auch verlangen Vermieter meist Verdienstbescheinigungen des Arbeitgebers, so dass real meist überhaupt keine angemessenen Wohnungen von Hilfsbedürftigen angemietet werden können. Darüber hinaus wollen Vermieter auch Bescheinigungen des alten Vermieters, dass man bei diesem keine Mietschulden hat. Meist hat man aber auch Schulden, weil sich die Jobcenter (Grundsicherungsträger) gern der Übernahme der Betriebskostennachzahlungsforderungen rechtswidrig verweigern oder die Miete bereits abgesenkt wurde, weil man keine günstigere andere Wohnung nach Kommunen-Vorgaben-Diktat anmieten konnte.
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