News mit dem Tag „Jugendamt“

  • Man stelle sich folgende Situation vor: Auf einer Veranstaltung eines Jobcenters in einer westdeutschen Großstadt wird über Fördern und Fordern berichtet. Mit einem gewissen Stolz verkündet die Führungskraft, dass es gelungen sei, "unberechtigten Leistungsbezug" im Hartz IV-System energisch zu bekämpfen. Beispielsweise bei den jungen Menschen unter 25, die Grundsicherungsleistungen beantragt haben. Wenn die sich melden, dann werden sie gleich am Folgetag in eine Maßnahme geschickt, die jederzeit in der Lage ist, neue Teilnehmer aufzunehmen. Nichts anspruchsvolles, vielleicht sogar etwas anstrengend ausgestaltet. Und das Ergebnis? Mehr als 30 Prozent der jungen Menschen wurden in den darauffolgenden Tagen nicht mehr gesehen, nicht mehr in der Maßnahme und auch nicht im Jobcenter. Schluss und Hoffen auf große Zustimmung. Und dann eine Frage aus dem Plenum: Ob er denn wisse, was aus den jungen Menschen geworden sei? Wo sind die jetzt? Wovon leben die? Ratlose Gesichter auf dem Podium, Schulterzucken. Darüber wisse man nichts. Die sind halt weg.
  • Wie schnell wird einem in Deutschland das eigene Kind genommen? Was treibt das "Kinderkompetenzzentrum" mit Frau Dr. Seifert am UKE? Wie geht ein Vormund aus einer kirchlichen Einrichtung mit Mutter und Kind um? Und was für ein Wahnsinn ist gerade in Hamburg ausgebrochen?

    Stellen Sie sich Folgendes vor...:

    Derzeit muss Anna den ganzen Tag mit ihrer 9 Monate alten Tochter auf ihrem Zimmer in einer Mutter-Kind-Einrichtung (MuKi) sitzen. Sie wird dabei 24h von einem Babyphon überwacht, egal was Sie macht. Raus "darf" sie nur allein, ohne ihre Tochter. Selbst das wird ihr oft negativ ausgelegt, weil sie ja "bei ihrer Tochter sein soll", zB wenn sie Arbeitstermine hat. Wenn Sie Babysitter organisiert, werden die teilweise ebenfalls nicht akzeptiert. Dafür wurde ohne sie beschlossen dass ihre Tochter seit Monaten jeden Wochentag 8 Stunden (!!) in eine Kita muss. Mit dahin darf sie auch nicht. Spazieren gehen mit ihrer Tochter darf sie nur in Begleitung. Hochnehmen darf sie sie GAR NICHT, nicht mal im Zimmer. Wenn Sie unten an der Treppe in der MuKi steht, muss sie in der ersten Etage anrufen, damit jemand runter kommt.

    Sie lebt definitiv und nicht übertrieben im Knast. Das Baby sieht seit ihrer Geburt dementsprechend fast nie frische Luft.

Es gibt hier keine Rechtsberatung sondern wir tauschen nur Erfahrungen aus.

 

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