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    Die Bürgermeister der Gemeinden Bahretal, Bannewitz, Dohma, Dorfhain, Dürrröhrsdorf-Dittersbach, Gohrisch, Hartmannsdorf-Reichenau, Hermsdorf/Erzgebirge, Klingenberg, Kreischa, Lohmen, Müglitztal, Kurort Rathen, Rathmannsdorf, Reinhardtsdorf-Schöna, Rosenthal-Bielatal, Struppen und der Städte Altenberg, Bad Gottleuba-Berggießhübel, Bad Schandau, Dohna, Glashütte, Heidenau, Hohnstein, Königstein, Liebstadt, Neustadt in Sachsen, Rabenau, Stadt Wehlen, Stolpen, Tharandt, Wilsdruff und die Oberbürgermeister der Großen Kreisstädte Dippoldiswalde, Freital, Pirna, Sebnitz und der Landrat des Landkreises Sächsische Schweiz-Osterzgebirge

    Sehr geehrte Bürgermeister, Oberbürgermeister, Herr Landrat,
    wir erleben gerade eine Zeit der Herausforderungen und weltweiten humanitären Katastrophen. Deutschland, als starkes und verantwortungsvolles Land, zeigt als Vorreiter in Europa, wie internationale Hilfe aussehen kann. Auf diese Vorreiterrolle, beispielsweise in Wissenschaft und Technik, waren die Deutschen (zurecht) oft genug stolz. Auch der schnelle Wiederaufbau nach der Flut (mit Milliardenhilfen und nationaler und internationaler Hilfe) zeigten die schnellen Möglichkeiten in Notfällen.
    Heute sind es andere Menschen die unsere Unterstützung benötigen. Manche kurzfristig, manche längerfristig. Menschen die aus Krieg und Todesgefahr oder aus blanker Not zu uns kommen. Menschen die oftmals alles verloren haben und die bei uns eine Zuflucht suchen. Und ja, es sind viele. Und ja, es gibt auch Probleme (bei der Unterbringung auf engstem Raum, bei nervenaufreibenden Wartezeiten, beim Verstehen,...). Deshalb ist es eine Herausforderung an die Gesellschaft. Viele stellen sich dieser Aufgabe, in Politik, Wirtschaft, Zivilgesellschaft,u.a.. Leider liegen keine Notfallpläne parat, vieles muss neu gedacht werden und es kostet Geld.
    Oberste Priorität sollte aber die Menschlichkeit haben. Dazu gehört, dass man handelt, Wege sucht, Ängste nimmt und Zuversicht zeigt.
    Umso erstaunlicher sind die Aussagen in dem 'offenen Brief'.
    Der Landkreis SS-O hat derzeit rund 1.300 Flüchtlinge aufgenommen (0,4% der Bevölkerung). 80% davon leben in Wohnungen und Gemeinschaftsunterkünften, 20% in zentralen Heimen. Dieser hohe dezentrale Anteil ist positiv.
    Allerdings haben von 36 Gemeinden bisher 15 noch gar keinen Flüchtling untergebracht, 19 Gemeinden sind (lt. Königsteiner Schlüssel) deutlich im Minus und nur zwei Gemeinden habe ihr 'Soll' erfüllt. Und das bei den insgesamt niedrigen Aufnahmezahlen im Vergleich zu anderen Bundesländern. Die angefügte Karte macht den IST-Zustand sehr deutlich.
    Der Landkreis sollte sich seiner Verantwortung stellen, für die Menschen in Not und gemeinsam mit Land und Bund. Was sind wir für eine Gemeinschaft, wenn wir bei 0,4% Hilfesuchenden kapitulieren? Wo ist das Anpacken wie nach dem Elbehochwasser? Wo der gelassene Pragmatismus der Kaffeetrinker?
    Liebe Sachsen, es gibt eine große Aufgabe, wer sind wir, wenn wir uns nicht eine humanitäre Vorzeigelösung einfallen lassen!


    Quellen

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