• Es gibt Kritik an der Einladung von Meißens OB Olaf Raschke an die Mit-Initiatorin der rechtsextremen Gruppe.

    Er wolle sich mit Vertretern der Initiative Heimatschutz, die in Meißen leben, für ein Gespräch treffen. So hatte es Meißens Oberbürgermeister Olaf Raschke (parteilos) in einem Interview mit der SZ formuliert.Kurze Zeit später meldete die Mit-Organisatorin der rechtsextremen Gruppe Nancy Kanzok über das Internet-Netzwerk Facebook: Raschke habe sie für Dienstag, 14 Uhr, zu einem Gespräch eingeladen. Alle Informationen darüber gebe es auf der Demonstration am 16. September. In der Folge wurde ebenfalls im Internet ein Facebook-Beitrag von Nancy Kanzok veröffentlicht, in dem diese ganz offen rechtsextremes und rassistisches Gedankengut propagiert. Im Originaltext heißt es mit unveränderter Rechtschreibung und Zeichensetzung: „Das deutsche Volk soll mit Zwangsansiedlung durch Moslems ausgelöscht werden. ... Frei gegeben von einer Regierung die wir mal frei gewählt haben, von der aber die meißten keine richtigen Deutschen sind (Frau Merkels Mutter war polnische Jüdin).“ Weiterhin ist vom „großen Schlachten“ die Rede, das der „mörderische Islam“ mitbringe.

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    Hierzu schreibt Meißen-Watch auf seiner Facebook Seite:

    Die Welt der Initiative Heimatschutz

    Unser Faktencheck von gestern war nur ein Vorgeschmack auf das, was uns heute erreicht hat. Ein geradezu harmloser Vorlauf im Vergleich zum nachfolgenden Offenbarungseid der Initiatorin der IHS, Nancy Kanzok.

    Nancy Kanzok, Rädelsführerin der IHS, gibt sich in der Öffentlichkeit stets als bürgerlich aus. Mit Nazis und ähnlichem will sie nichts zu tun haben, sie selber ist natürlich erst recht keine. Das Gegenteil beweisen ihre zahlreichen Posts. Sowohl auf ihrem Profil, als auch in der Initiative Heimatschutz. Einige ausgewählte haben wir zugesendet bekommen und werden sie nun veröffentlichen. Danke für die Zusendungen. Nancy Kanzok ist in ihrer Funktion als Organisatorin der Initiative Heimatschutz Meißen eine Person öffentlichen Interesses. Alle hier veröffentlichten Informationen beziehen sich ausschließlich auf ihre öffentliche Funktion.

    Das ist der Originaltext von Frau Kanzok, der uns zugeschickt wurde:

    "So mal Klartext,Einige wissen es und andere glauben nicht daran.Wer mich jetzt für völlig bekloppt erklärt,lasst Euch wissen,es ist mir egal!

    Das deutsche Volk soll mit Zwangsansiedlung durch Moslems ausgelöscht werden!

    Da wir ALLE Personal dieser GmbH sind,laut unserem Personalausweis
    haften wir mit unserem gesamten Vermögen,für alles was dieser Staat tun wird.
    Das heisst,wenn die derzeit stehende Vermögenssumme von 5,7 Billionen in Schulden erreicht ist,gehen die Zwangsenteignungen los,um für Moslems Quartier zu schaffen.
    Die Deutschen müssen dann ihre Wohnungen und Häuser räumen und werden zu Flüchtlingen im eigenen Land.Vermutlich ist dann auch das große Schlachten frei gegeben,das diese mörderische Relegion Islam mitbringt.
    Frei gegeben von einer Regierung die wir mal frei gewählt haben,von der aber die meißten keine richtigen Deutschen sind ( Frau Merkels Mutter war polnische Jüdin).
    So wird unser Volk wieder zur Schlachtbank geführt.das große Volk der Dichter,Denker und Erfinder wird dann endlich von dieser Erde verschwunden sein.Ich frag mich ,ob diese Leute ein zweites Mittelalter installieren wollen,mit Scheiterhaufen und so,und wenn keiner mehr da ist der irgendwas für sie erfinden wird,wie die dann weitermachen wollen.Aber das scheint warscheinlich keinen mehr zu interessieren.

    Wir müssen jetzt alle ganz tapfer sein und zusammen halten."


    Wir sind erschüttert darüber, dass sich so viele Meißner Bürger von leeren Worthülsen, Lügen, Halbwahrheiten, krudesten Verschwörungstheorien und wildesten Weltuntergangsszenarien blenden und verführen lassen.

    Aber wir sind geradezu entsetzt, dass der Oberbürgermeister Meißens, Herr Raschke, sich dazu hinreißen lässt, diese Person zu einem Gespräch zu laden. Wir haben bereits mehrfach geschrieben, dass er damit die IHS legitimiert. Ein demokratisch gewählter OB sucht den Konsens mit einer zutiefst undemokratisch eingestellten Gruppierung.

    Er macht dies aus nachvollziehbaren Gründen.

    OB Raschke:
    "Die Gruppe sollte man nicht ignorieren und einfach unter den Tisch kehren. [...]
    Solche brennenden Fragen können wir nicht auf Einzelpersonen delegieren, da müssen wir breite gesellschaftliche Schichten einbeziehen. [...]
    Asylkritische Bürger fühlen sich uninformiert und übergangen."

    Das entspricht ohne Frage der Wahrheit. Es gibt jedoch andere Wege, das Publikum der besorgten Bürger zu erreichen.

    Sehr geehrter Herr Raschke,

    warum rufen Sie nicht als Oberbürgermeister zusammen mit den Stadträten zu einer eigenen Veranstaltung auf? Zum Beispiel wäre der Markt eine angemessene Umgebung dafür. Laden Sie dazu alle interessierten Bürger ein. Sowohl die besorgten, als auch die, die nicht besorgt sind. Klären Sie in Eigenregie auf. Sie müssen dazu nicht mit Menschen reden, die eine menschen- und demokratiefeindliche Ideologie vertreten. Sie können die Anhänger der IHS auch ohne deren Führer erreichen. Reden Sie direkt mit den Bürgern, die von den Rechten beeinflusst und hinters Licht geführt werden.
    Klären Sie sie direkt auf und nicht über die Personen, die zweifelhafte Absichten und Beweggründe haben.

    Wenn Sie deren Führer in eine Position auf Augenhöhe mit Ihnen bringen, dann geben Sie ein falsches Signal an die Bürger. Sie sagen damit, dass die Meinung dieser eindeutig Rechtsradikalen gehört und vor allem respektiert wird. Das wäre fatal! Sie werden benutzt. Frau Kanzok lässt sich gerade ausgiebig für diesen Etappenerfolg feiern und so werden noch einige Zweifler mehr in die Reihen der IHS rekrutiert.
    Es ist außerdem extrem schädlich für den Ruf der Stadt. Wir alle erinnern uns an das Presseecho oder sagen wir besser den Aufschrei, welchen es auf die Einladung von NPD-Funktionären zu Gesprächen durch den Landrat Steinbach gab. In ganz Deutschland und sogar international wurde dies zum Thema gemacht.

    Sie gehen sogar noch einen Schritt weiter. Während die NPD noch als demokratisch gewählte Partei gilt, gehört Nancy Kanzok zu einer Gruppierung, die durch den Verfassungsschutz beobachtet wird. Sie gehört nicht nur dazu, sondern wird im Führungszirkel verortet. Diese Gruppierung ist antisemitisch und nationalistisch eingestellt und baut ihr Weltbild auf Verschwörungstheorien und der Angst vor der Ausrottung des deutschen Volkes auf.

    Bis vor kurzem war noch eine Dame maßgeblich an der Organisation beteiligt. Sie hat sich aber seit wenigen Wochen aus dem Führungsteam der IHS zurückgezogen. Und das aus einem guten Grund: Nancy Kanzok und ihre Helfershelfer sind ihr zu extrem geworden. Frau Z. ist nicht gerade durch Zimperlichkeit in ihren Postings aufgefallen. Sie war lange Zeit für das Erscheinen der IHS in der Öffentlichkeit maßgeblich verantwortlich. Nun hat selbst sie erkannt, dass die Ziele und Motivationen von Frau Kanzok (und ihrem Dunstkreis) zu radikal, zu extrem und zu irrational sind.
    Und Sie, Herr Raschke, möchten mit dieser Person über Asylpolitik sprechen? Was meinen Sie, wird dabei herauskommen? Wohin soll das führen?

    Wir fordern Sie hiermit wiederholt auf, von diesem Gesprächsangebot an Frau Kanzok Abstand zu nehmen. Zum Wohle unserer Stadt und zum Wohle unserer Bürger. Bitte reden Sie direkt mit den Bürgern Meißens. Keine weitere Legitimation dieser Feinde von allem, was wir als unsere Werte betrachten.

    Danke.

    _________________

    Ergänzungen:

    Es gab bereits Reaktionen auf das Gesprächsangebot des Oberbürgermeisters. Keine positiven. So haben bereits mehrere Stadträte abgelehnt, an diesem Gespräch teilzunehmen. Von einigen kam scharfe Kritik an diesem Vorhaben. Von anderen Vereinigungen haben wir noch keine Rückmeldungen erhalten. Zumindest bei einigen können wir aber ebenfalls von einer ablehnenden Haltung ausgehen.

    Die Initiative Heimatschutz ist den sog. Reichsbürgern ebenfalls nicht abgeneigt. Ihre Interessen und Ziele sind in weiten Teilen identisch, wie man auch am Aufhängerposting sehen kann.
    "Da wir ALLE Personal dieser GmbH sind,laut unserem Personalausweis haften wir mit unserem gesamten Vermögen,für alles was dieser Staat tun wird."
    Reichsbürgersprech in Reinform mit dazugehöriger schlechter Grammatik. Reichsbürger erkennen den Rechtstaat Deutschland nicht an. Sie akzeptieren weder den Staat, noch die Rechtsprechung oder die Exekutive. Also respektieren diese Leute auch Sie nicht, Herr Raschke. Begründen tun sie dies mit hanebüchenen Theorien über nicht geschlossene Friedensverträge usw. Krudeste Hirngespinste, auf die wir hier nicht weiter eingehen möchten. Weiter unten fügen wir für Interessierte einen Link an.


    Quellen

Aktualisierungen zur News 1

  • Meißens OB Olaf Raschke sagt Gespräch ab

    Admin

    Nach Demonstrationsaufrufen der rechtsextremen Gruppierung an Meißner Schulen sieht Raschke keine Grundlage für ein sachliches Gespräch.

    Wenige Stunden vor einem für den Dienstagnachmittag ankündigten Gespräch mit Vertretern der Initiative Heimatschutz hat Oberbürgermeister Olaf Raschke dieses abgesagt. Er begründet seinen Schritt damit, dass die Initiative Heimatschutz am Montag Werbematerial und Demonstrationsaufrufe an Meißner Schulen verteilt hat. „Damit hat die Initiative Heimatschutz direkt versucht Kinder und Jugendliche an Meißner Schulen zu manipulieren und zu instrumentalisieren“, heißt es in einer soeben vom Meißner Rathaus verbreiteten Pressemitteilung.

    Wie OB Raschke erklärt,.......

Kommentare 1

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    linux -

    Das einzig richtige: Noch am Montag hat der Oberbürgermeister die Sächsische Bildungsagentur und den Sächsischen Landesverfassungsschutz hierüber informiert und Anzeige bei der Polizeidirektion Dresden erstattet.

Es gibt hier keine Rechtsberatung sondern wir tauschen nur Erfahrungen aus.

 

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